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Yogyakarta (Die blühende Macht) ist eines von 2 eigenständigen Sultanaten und das kulturelle Zentrum in Indonesien. Besonders sehenswert ist der Sultanspalast. Dieser wurde im Laufe der Geschichte Indonesiens zum Symbol für den Widerstand Javas gegen den Kolonialismus.
Yogyakarta hat über 3 Millionen Einwohner und wurde um 1755 als Sultansstadt gegründet.
Seinen touristischen Reiz hat Yogyakarta als zentraler Ausgangspunkt um die mächtigen Tempel in der näheren Umgebung während einer Rundreise durch Java zu besichtigen. Diese sind insbesondere der buddhistische Borobudur-Tempel und der hinduistische Tempelkomplex von Prambanan.
Yogyakarta ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Im Gegensatz zu anderen ist der Sultan gleichzeitig Gouverneur und wird nicht wie in den anderen Provinzen Indonesiens gewählt.
Dies ist aus der Geschichte bedingt. Von Yogyakarta gingen maßgebliche Impulse der Freiheitsbewegung Indonesien aus.
1945- 1949, während des Unabhängigkeitskrieges erhielt die Regierung aus Jakarta hier politisches Asyl, und die Stadt war 4 Jahre lang provisorische Hauptstadt Indonesiens.
Die Besonderheit dieser bezaubernden Stadt ist ihr allgegenwärtiger Flair, welches der Kultur und der alten Traditionen Javas tief verbunden ist. Yogyakarta ist auch eine Stadt des Handwerks. Keine Großindustrien oder Hochhäuser, gigantische Boliden der Moderne wie in Jakarta, sind hier zu finden.
Yogyakarta ist auch die Stadt der Bildung und der Kultur in Indonesien.
Diesen Titel trägt Yogyakarta nicht umsonst. Viele Universitäten sind hier zu finden sodass in jedem Jahr, meist Mitte Juli, Tausende von neuen Studenten aus ganz Indonesien die Stadt neu bevölkern.
Unter anderem befindet sich hier die Universitas Gadjah Mada. Sie ist die älteste Universität in Indonesiens und zählt zu den bedeutendsten in ganz Südostasien. Selbst die Times zählt sie zu den Top 100 Universitäten weltweit für Kunst-und Geisteswissenschaften.
Leider liegt Yogyakarta in einem der seismologisch äußerst aktivsten Teil von Java. Dadurch ist immer wieder mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen zu rechnen.
Der Vulkan Merapi hängt wie ein Damoklesschwert über dieser Gegend.
Der Merapi ist einer der weltweit aktivste und gefährlichsten Vulkane und hat eine Höhe von fast 3.000 Metern über dem Meeresspiegel.
Die traditionellen Javanesen glauben, dass sich im Inneren des Vulkans ein unsichtbares Königreich befindet und bringen regelmäßig Opfergaben.
Der Lavadom ist überaus aktiv und produziert regelmäßig pyroklastischen Ströme.
Eruptionen des Merapi sind regelmäßig in Zeiträumen einem bis zehn Jahren zu verzeichnen. Der Vulkan selber ist schon seit über 10.000 Jahren aktiv.
Die in letzter Zeit schlimmsten Katastrophen waren das Erdbeben von 27. Mai 2006, Bei diesem kamen mehr als 6.000 Menschen ums Leben, und vier Jahre später, im Oktober 2010, als der Vulkan Merapi Lava über die umliegenden Dörfern ausspuckte und 353 Menchenleben zu beklagen waren.
Dieser Ausbruch war der heftigste seit 100 Jahren. Die Aschwolken erreichten eine Höhe von über 10 Kilometer und fast 400.000 Menschen mussten evakuiert werden.
Der Kraton (genauer Kraton Ngayogyakarta) ist die Palastanlage des Sultans von Yogyakarta. Der Palast ist von einem großen weißen Mauerwerk umgeben. Baubeginn war um 1755 unter Sultan Hamengku Buwono I und die Fertigstellung datiert auf 1792.
Während der Diktatur von Suhartu hat der Sultan von Yogyakarta eine sehr bemerkenswerte Rede über die Freiheit gehalten.
Diese endete mit den Worten:
" Wenn ein Mann seine Arbeit verliert , dann verliert er 10% seines Lebens.
Wenn ein Mann seine Frau verliert, dann verliert er 50%.
Wenn ein Mann aber seine Ehre verliert, dann verliert er alles."
Auch heute noch werden wie in alten Zeiten dem Sultan von Yogyakarta von der Bevölkerung höchste Verehrung entgegengebracht. Die Familie ist nach wie vor Bewahrer der hindu-javanischen Traditionen mit allem Brauchtum und Zeremonien. Dies ist begründet durch den Kampf der Sultane gegen Kolonialismus und für die Unabhängigkeit und Freiheit der Menschen in Indonesien.
Der "Goldene Pavillon" ( Bangsal Kencono)ist das unwiderspruchende Zentrum und Schmuckstück des Sultanspalastes Kraton.
Die Führung durch den Sultanspalast von Yogyakarta wird von Palastwächtern durchgeführt.
Durch ein von Wächterfiguren flankiertes Tor gelangt man in das Innere des Palastes. Der Goldene Pavillon war einst Thronsaal des Sultans. Hier wurden auch die Audienzen und Staatsbanketts abgehalten.
In den angrenzenden Aufführungspavillons wurden traditionelle Tänze und alte javanesische Musikstücke aufgeführt.
Weiter Sehenswürdigkeiten im Sultanspalast von Yogyakarta
sind die Bibliothek (Panti Sumbaga), die Audienz- und Aufführungspavillons, die Privatgebäude der Sultanfamilie (Gedung Kuning) sowie ein Museum mit historischen Bildern, alten Orden und Kopien von Krönungsinsignien.
Der Taman Sari, auch als Wasserpalast bekannt, war unter anderem ein Lustgarten für den Sultan und seinen Harem.
Erbaut wurde er im Jahre 1765.
Die Taman Sari Komplex besteht aus 3 Teilen:
1. Das heilige Zimmer
Dies ist ein Ort in einem separaten Gebäude des Komplexes. Diese diente als Zuflucht der Meditation für den Sultan und seine Familie
2. Der Badeteich
Dieser Teil diente als Ort der Vergnügungen für den Sultan und seine Familie. Er besteht aus zwei Badebecken, die durch ein 2-stöckigen Gebäude getrennt sind.
Von hier aus konnte der Sultan seinen Harem im Aupenbecken beobachten. Das Wasser sprühte durch große Tier-Statuen in die Becken, welche durch große Blumen- und Pflanzentöpfe flankiert sind.
3. Kenanga oder Cemeti Insel
Dieser Teil bildet die Verbindungen zwischen den verschiedenen Gebäuden mittels eines unterirdischen Tunnelsystems.
Hier gibt es künstliche Insel und ein hohes Gebäude als Ruheraum.
Die Tunnel reichten bis zum Palast des Sultans und waren geheim. Sie dienten auch als Versteck für die Familie des Sultans wenn die Stadt von einem Feind angegriffen wurde.
Der Taman Sari hatte mehrere Funktionen, er war Ruhezone, ein Ort des Vergnügens und eine Oase der Meditation ebenso ein Versteck für die Familie des Sultans.
Heute ist nur noch die zentrale Badelandschaft in gutem Zustand erhalten, während andere Bereich zerstört wurden oder besiedelt worden sind.
Seit 1995 ist die Yogyakarta-Palast Komplex mit dem Sari Taman Wasserschloss auf einer vorläufige Liste zum Weltkulturerbe der UNESCO.